Die fünf schönsten Kletterrouten in Tirol – „Der Berg ruft!“

Klettern in TirolTirol, das Land der Berge ist ein Eldorado für Kletterfreunde. Die abwechslungsreiche Alpenwelt bietet alles, was das Kletterherz begehrt – von Mehrseillängentouren über Bouldern bis hin zu familienfreundlichen Kletterwegen. Profis können sich am Eisklettern im Winter versuchen, Familien die spannenden Klettergärten besuchen.

Die Kletterrouten sind gut abgesichert und werden instandgehalten, die diversen Schwierigkeitsgrade ermöglichen sowohl Anfängern als auch Profis Vergnügen am Berg. Die landschaftliche Vielfalt Tirols kommt noch hinzu – geklettert werden kann auf den Bergen, am See oder auch an den Flüssen, an den Kalkwänden im Muttekopfgebiet in Imst oder in St. Anton in der Arlberg-Region.
frau klettert In den meisten Gebieten bieten ausgebildete Kletterguides Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, auch spezielle Angebote wie z.B. „Vater-Mutter-Kind-Kletterkurse“ stoßen auf viel Resonanz. Folgend eine Übersicht über die fünf schönsten und beliebtesten Kletterrouten in Tirol.

Unsere Top 5 der schönsten Kletterrouten in Tirol

Imster Klettersteig – Maldonkopf – alpiner Klettersteig

Das schön gelegene Gebiet um Imst bietet mit dem Latschenturm und den Kletterrouten um der Muttekopfhütte gleich mehrere Routen für Anfänger und Profis. Insgesamt verfügt Imst inzwischen über 700 Sportkletter-Routen, 46 Mehrseillängen, vier Klettersteige, vier Kletteranlagen und eine Eiskletter-Route.

am bergDer Imster Klettersteig ist sicherlich einer der schönsten der Lechtaler Alpen: Für versierte Kletterer bietet der Steig Abwechslung, griffigen Kalk und gute Sicherung. Die beste Jahreszeit für diesen Klettersteig ist der Sommer bzw. der Herbst.

Der Klettersteig läuft über 800 Meter, die Schwierigkeitsstufe ist C+ bis D.
Der Zustieg erfolgt über die Muttekopfhütte; von Hoch-Imst aus geht es mit dem Sessellift bis zum Alpjoch, von dort aus nimmt man den Drischlsteig bis zur Muttekopfhütte. Dann geht es eine Stunde zu Fuß weiter in Richtung Scharnitzsattel, bis der Fuß des Berges und der Einstieg erreicht werden.

Nach einer ersten Tafel geht es weiter über eine Kante bis zum ersten Grad.  Anschließend folgen Passagen zwischen B und D, bis ein Rastplatz erreicht wird. Dort ist ein Notabstieg nach rechts möglich. Nach einer steilen Wand und einer kraftraubenden Verschneidung folgt der Aufstieg auf den Maldonkopf. Inzwischen gibt es eine neue Abstiegsvariante, bei der der Kletterer dem Stahlseil Richtung Süden folgt. Nach 100 Metern zweigt diese neue Abstiegsvariante, die Steinschlaggefahr minimiert, rechts ab.

Mehr zum Imster Klettersteig: Link

Schleierwasserfall am Wilden Kaiser – athletisches Sportklettern

Zwei der schönsten Sportklettergebiete Tirols liegen an den Hängen des Wilden Kaisers – Achleiten und der Schleierwasserfall. Die Wände des Wilden Kaisers sind für Kletterprofis noch heute eine große Herausforderung, einige der Routen in den beiden Gebieten gelten als schwierigste der Welt. Insgesamt gibt es am Wilden Kaiser über 350 Sportkletterrouten, zehn Mehrseillängen, fünf Kletteranlagen und vier Klettersteige.

Der Schleierwasserfall rauscht aus einem etwa 60 Meter hohen Felsen hinab ins Tal – vor allem Extremkletterer versuchen sich an dem Felsen, an dem zahlreiche Routen erschlossen wurden. Bereits seit den 80er-Jahren wird hier geklettert – die Felsqualität ist hervorragend, Überhänge und Platten gibt es einige.

Der „Schleier“ bietet vor allem extrem anspruchsvolle Routen, so z.B. die Route „Wassermusik“ oder „White Winds“, die mit 8b+ und 8a+ aufwarten. Ausgangspunkt, um zum Wasserfall zu gelangen, ist der Wanderparkplatz bei Going vor Kitzbühel. Von dort folgt man der Forststraße dem Bach entlang bis zu einer Gabelung, wo man dem mittleren Weg folgt.

Anschließend in der Linkskurve einen steilen Weg bergauf nach rechts folgen, wieder auf die Forststraße und dann nach links direkt zum Wasserfall. Insgesamt warten dort 144 Routen, die meisten davon sind schwierig und nur für Profis gedacht. Der Sektor „Skywalk“ bietet hingegen auch kleingriffige Wanderkletterei und längere Ausdauerrouten.

Mehr zu Schleierwasserfall am Wilden Kaiser: Link

Adlerklettersteig am Karkopf – alpine Tagestour hoch über Innsbruck

In der Mieminger Kette liegt der Adlerklettersteig, der sich durch eine exzellente Routenführung über glatte Platten und Grate auszeichnet. Ambitionierte Alpinisten finden hier eine alpine Herausforderung und eine abwechslungsreiche Tour, die Durchhaltevermögen mit einem tollen Panoramablick belohnt.

Trittsicherheit, Erfahrung und Ausdauer sind Voraussetzungen für den dreistündigen Steig durch den Wettersteinkalk bis auf das Gipfelplateau. Die Route erfordert gute Kondition und fällt in die Kategorie C/D+. Helm, Klettergurt, Klettersteigset und Kletter-Handschuhe gehören mit zur Ausrüstung. Insgesamt sollten für die Tour etwa sieben Stunden eingerechnet werden.

Der Zustieg erfolgt über das Strassberghaus, das über Wildermiemig erreicht wird. Vom Strassberghaus auf 1149 Meter geht es weiter in Richtung Niedere Munde bis zur letzten Rechtskurve vor der Niederen Munde. Von dort zweigt rechts der Weg zum Einstieg ab. Dieser kann auch über die neue Alpl Hütte erreicht werden.

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Edelweiß-Klettersteig in den Stubaier Alpen

Auch das Stubaital bietet abwechslungsreiche Kletterrouten, landschaftliche Schönheit und spektakuläre Bergkulisse. 60 Sportkletter-Routen, elf Klettersteige und sieben Mehrseillängen können Kletterer dort erkunden. Der Edelweiß-Klettersteig ist relativ kurz (40 Minuten), aber wie der Name bereits sagt, für alle interessant, die sich für die alpine Pflanzenwelt interessieren.

Der Einstieg ist nur etwa zehn Minuten von der Franz-Senn-Hütte entfernt. Um sie zu erreichen, geht es von Neustift nach Milders. Bei der Oberisshütte wird geparkt und von dort aus die Franz-Senn-Hütte erwandert. Auch dieser Klettersteig ist mit einer Schwierigkeit von C bis D alpinerfahrenen Kletterern vorbehalten, bei Regen am Vortag ist der Steig wegen der vielen erdigen Passagen nicht zu empfehlen. Von der Franz-Senn-Hütte können weitere zwei Klettersteige erreicht werden, der Sommerwand-Klettersteig (B bis C) und der Höllenrachen-Steig (B bis D). Konditionsstarke Kletterer können in einem Tag gleich alle drei Kletterrouten ausprobieren.

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Madonnen-Klettersteig in den Lienzer Dolomiten

Die Lienzer Dolomiten sind ebenfalls ein beliebtes Klettergebiet. Ausgangspunkt für den Klettersteig ist der Parkplatz Dolomitenhütte, der von Lienz über Tristach bis zum Tristacher See erreichbar ist. Vor dem See links abzweigen und die schmale Bergstraße entlang bis zum Parkplatz. Namensgebend für den zweiteiligen Steig, der 2006 neu angelegt wurde, sind die „Felsenmadonna“ und eine 16 Meter lange Hängebrücke, die sich zwischen Großer und Kleiner Gamswiesenspitze spannt.

Linktipp: Der Klettersteigführer Lienzer-Dolomiten (.pdf, 13 MB!)

Besonderes Highlight dieser Route: Von den Gipfeln aus bietet sich den Kletterern ein toller Panoramablick auf die umliegenden Dolomiten.
Die Schwierigkeit der Route schwankt zwischen B und C, eine komplette Klettersteigausrüstung und ein Helm sind nötig. Beim Zustieg bei der Tafel sollte angeseilt werden, da dort wenig Platz vorhanden ist. Der zweite Teil des Steiges führt vom Gamsschartl über die Nordwand hin zum West- und dann zum Ostgipfel. Der Abstieg erfolgt nach Südosten zur Dolomitenhütte oder zum Schutzhaus Kerschbaumeralm.

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Kletterausrüstung und Kletterschuhe

KletterausrüstungWer in Tirol klettert, befindet sich im Herzen der Alpen. Deshalb sollten sich alle Kletterer den alpinen Gefahren, wie z.B. Wettereinbrüche oder Felsstürze, bewusst sein. Die Steinschlaggefahr ist in jeder Jahreszeit gegeben, deshalb sollte das Tragen eines Helms selbstverständlich sein. Zudem ist für den Klettersport der fachmännische Umgang mit Ausrüstungs- und Sicherheitstechnik wesentlich.

Hochwertige und auch gut gepflegte Kletterschuhe sind ebenfalls ein wesentlicher Part der Ausrüstung – sie bieten Halt und sollten eng sitzen, die Zehen können leicht gebeugt sein.
(Quelle: http://www.campz.at/outdooraktivitaeten/klettern/kletterschuhe.htm)

Eigenverantwortung und der umsichtige Umgang mit der Ausrüstung sollten für alle Kletterer die wesentlichen Maximen sein – dann ist Klettern wohl die schönste Sportart überhaupt!

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