Freistädter Bier: Braurecht seit 1363

Das Braurecht gilt hier bereits seit 1363, denn Herzog Rudolf IV schenkte den Bürgern von Freistadt das Recht, Bier in ihren eigenen Häusern brauen und ausschenken zu dürfen. Zwischen der Bürgerschaft und der Gemeinde wurde 1770 der Kaufvertrag für die sogenannten Stadtschreibergärten unterzeichnet. Auf diesem Grundstück entstand bis 1780 das Brauhaus und die Bürger schlossen sich zur Braucommune zusammen. Die Beteiligung erfolgte in Eimern. Auf jedem Haus sind mindestens fünf Eimer im Grundbuch eingetragen, ein Eimer mit 56 Litern. Das Gesamtvermögen von 6.390 Eimern wurde auf 149 Brauereibeteiligte aufgeteilt.

Hopfen, Malz und Wasser

Die Braucommune verarbeitet jährlich 1.500 Tonnen Braugerste von der Erzeugergemeinschaft Zistersdorf im Weinviertel und 5.300 Tonnen Doldenhopfen aus dem heimatlichen Mühlviertel mit 55.000 Kubikmetern Mühlviertler Quellwasser aus einem 80m tiefen Brunnen zu reinem, hochwertigen Bier. Die benötigte Hefe wird in der Doemens Bier-Academy exklusiv für die Brauerei kultiviert. Die Freistädter Braucommune behauptet von ihrem Bier, dass es Charakter habe, weil jeder Tropfen ein Stück Heimat sei. Das Freistädter Bier wird weder pasteurisiert oder durch andere Maßnahmen haltbar gemacht. Reinliches und sorgsames Arbeiten stellt hier die Haltbarkeitsgrundlage dar.

Arik Brauer und die Bierbrauer

Der Rotschopf, das kupfern glänzende Bier mit den Röstmalznoten Kaffee, Aschanti und türkischer Honig, ist eine Freistädter Spezialität. Midium und Märzen, das Dunkle und Bio Zwickl ergänzen den Bierreigen der Braucommune. Radler in verschiedenen Geschmacksrichtungen sind naturbelassene Durstlöscher.

Bierbrauen ist eine Kunst, aber auch Arik Brauer macht Kunst. So kommt ein Brauer zum anderen.

Arik Brauer, Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus und die Freistädter Brauerei sind eng miteinander verbunden. Dem Quellwasser ein Denkmal setzen, das wollte die Braucommune, und Arik Brauer lieferte die Idee. 2013 wird der Brauer-Brunnen fertiggestellt. Durch ihn soll das reine Quellwasser geehrt werden, denn ohne dieses kristallklare Wasser könnte das Freistädter Bier nicht gebraut werden. Arik Brauer gestaltete aber auch das Glasfries im Sudhaus, Menschen zwischen Hopfenranken und Gerstenähren, als Symbol einer Braucommune, einer eng verbundenen Bürgerschaft, für die Bier seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt.

 

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